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Bericht über einen „Work-Life-Balance“ – Selbstversuch

Morocco-SpiritIn Zeiten der Digitalisierung werden wir in vielen Bereichen zunehmend unabhängig von festen Arbeitsplätzen und Arbeitszeiten. Dazu kommt eine Generation oder (vielleicht ist es der Zeitgeist), die Freizeit und Selbstverwirklichung einen höheren Stellenwert gewährt als vorherige Generationen. Manche sprechen hier von einem wachsenden Wunsch nach einer ausgewogenen Balance zwischen Arbeit und Privatleben (Work-Life Balance). Für andere geht das nicht weit genug und für sie ist es die absolute Verschmelzung von Arbeit und Privatleben (Work-Life Blending). Was dahinter steckt ist in beiden Fällen der Wunsch flexibler arbeiten zu können und eine gute Mischung zu finden aus Arbeit, Hobbys und Privatleben, die glücklich macht.

Was tut man also, wenn man als Hypoport-Mitarbeiterin zu eben diesen Menschen gehört, die sich eine ausgewogene Work-Life Balance wünschen, und zudem auch noch ein Hobby hat, das nicht am eigenen Wohnort einfach mal so umsetzbar ist.? Genau so geht es mir!
Ich bin PnO (People & Organisation) Partnerin bei Hypoport in Berlin und mache meinen Job bei Hypoport wirklich sehr gern. Er zahlt auf meinen persönlichen Purpose ein. Ich kann in meiner Heimatstadt arbeiten, wo meine Freunde und Familie auch sind. Und zudem habe ich auch noch tolle Menschen um mich herum. Ich bin aber auch leidenschaftliche Wellenreiterin – ein Hobby, das sich leider nicht in Berlin umsetzten lässt. Zum Glück verfolgen wir bei Hypoport die Vision eine neue Arbeitswelt zu gestalten. Dazu gehört, dass wir neben dem großen Change hin zur Selbtsorganisation/ Holakratie auch mit neuen Arbeitszeitmodellen und der Flexibilisierung des Arbeitsorts „experimentieren“.

 

Arbeitsplatz 2Dass Softwareentwickler remote arbeiten (remote = wenn ein Mitarbeiter hauptsächlich von zuhause oder einem anderen Ort arbeitet und mit dem Unternehmen via E-Mail und Telefon kommuniziert) ist keine Seltenheit und ein vielfach bestätigtes Stereotyp. Aber eine PnO Partnerin, die remote arbeitet – Ist das möglich? Als PnO Partnerin mache ich vor allem viel Recruiting, berate Mitarbeiter bezüglich ihrer persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung und bin Ansprechpartnerin in vielen Personalfragen. Also eine Tätigkeit die u.a. davon lebt mit Menschen zu kommunizieren und zu im persönlichen Kontakt zu sein.

Ich wollte es wissen – kann ich meinen Job genauso gut machen, wenn ich über eine längere Zeit nicht physisch im Berliner Büro Office anwesend bin. Die Erfahrung ab und an mal einen Tag aus dem Home-Office zu arbeiten, habe ich schon gemacht. Das funktioniert gut! Getrieben von dem Wunsch mein Hobby in den Alltag einzubauen und das Surfen nicht nur auf den Urlaub (bei Hypoport dank Flexi-Urlaub bis zu 40 Tage im Jahr) zu beschränken, sondern morgens vor der Arbeit surfen gehen zu können, habe ich im letzten Dezember ein Experiment gewagt.

 

Vor Weihnachten 2018 habe ich für zwei Wochen den Selbstversuch gestartet und habe meinen Laptop bei Arbeitsbeginn nicht in meinem Berlin Büro in der Klosterstraße aufgeschlagen, sondern in Taghazout (Marokko). Weil ich weiß, dass ich lieber in einer arbeitsamen Umgebung bin, wo auch andere arbeiten, man sich bei einem Kaffee austauschen oder gegenseitig helfen kann, habe ich mich in einem Coworkings Space eingemietet.
Es blieben trotzdem Bedenken.: Würde ich genauso produktiv sein, wie in meiner gewohnten Arbeitsumgebung? Was würden die Mitarbeiter und Kollegen sagen, wenn sie mich nicht mehr persönlich antreffen können? Werde ich mich auf die Internetverbindung verlassen können? Werde ich auf alle Laufwerke, Tools und Unterlagen, die ich brauche, zugreifen können? Wie reagieren die Bewerber, wenn ich sie für ein Telefoninterview nicht wie gewohnt mit Berliner Nummer, sondern aus Marokko anrufe? Würden sie es überhaupt merken? Wie wird sich die Mitarbeit mit dem Team gestalten? Werde ich überhaupt zum Surfen kommen oder zerplatzt der Traum von der perfekten Work-Life Balance vor Ort wie eine Seifenblase?

Keine meiner Bedenken sind wahr geworden! Ganz im Gegenteil, das Experiment ist aus meiner Sicht absolut gelungen. Durch das morgentliche Surfen war ich zwar erst gegen 10:30 an meinem Laptop und für meine Kollegen erreichbar. Da ich vor 11Uhr einfach keine Termine gemacht habe und wir bei Hypoport sowieso flexible Arbeitszeiten haben, war dies aber nichts Außergewöhnliches. Und es fühlt sich einfach großartig an, wenn man das, was man leidenschaftlich gerne macht, plötzlich jeden Tag in den Alltag einbauen kann 😊. Ich habe mich sehr produktiv gefühlt und viel Spaß gehabt beim Arbeiten und Surfen. Das Internet hat mich (fast) nie im Stich gelassen, was sicherlich an dem super Coworking Space (SunDesk) lag. Und die Bewerber, mit denen ich aus Marokko ein Telefoninterview geführt habe, und die jetzt bei uns als Mitarbeiter sind, haben mir berichtet, dass sie gar nicht gemerkt haben, dass ich aus einem weitentfernten Land anrufe. Der einzige Wermutstropfen, der mir geblieben ist, war, dass mir tatsächlich der persönliche Austausch mit meinem Team gefehlt hat. Es hat außerdem ein bisschen Planung erfordert, persönliche Interviews und Workshops so zu legen, dass sie vor bzw. nach meinem „Auslandseinsatz“ sattfinden konnten. Für einen Zeitraum von zwei Wochen war dies aber kein Problem.

 

Mein Fazit

Auch ein Job, der klassischerweise vor Ort stattfindet, kann für einen überschaubaren Zeitraum remote gemacht werden, ohne, dass es zu größeren Einschränkungen kommt. Ganz im Gegenteil die ausgewogene Work-Life Balance führt untern Strich zu einer höheren Zufriedenheit und hat daher auch meine Produktivität gesteigert. Danke Hypoport, dass wir hier offen sind für solche Experimente! Ich werde es bestimmt wieder machen 😉