Unter dem Slogan „Zukunft@Europace“ absolvierte ich mein Kurzpraktikum bei der Europace AG. Für vier Tage durfte ich mir ein Bild vom System, den Abläufen innerhalb des Systems und besonders von den Menschen, die dort tätig sind, machen.

Ich hatte keine konkreten Vorstellungen von dem, was auf mich zu kommen wird. Im Thema der Softwareentwicklung stecke ich nun auch nicht wirklich drin, sodass ich womöglich nicht viel der Inhalte zu hundert Prozent verstehe. Jedoch war ich mir bewusst, dass es eine ganz neue Erfahrung sein wird und ich viele neue Dinge kennenlernen werde.

Man könnte sich nun fragen: Wieso investiert ein 17-Jähriger vier Tage seiner Sommerferien für ein Kurzpraktikum in einem Softwareunternehmen, wenn er dann auch noch nicht mal eine Affinität zur Softwareentwicklung besitzt?!

Ich bin der Meinung, dass das heutige Schulsystem uns Schüler nicht ausreichend auf das Berufsleben vorbereitet, um es mal sanft auszudrücken. Deshalb habe ich für mich beschlossen, nicht einfach der Masse zu folgen und das über mich ergehen zu lassen, sondern aktiv zu werden und mich bestmöglich selbst darauf vorzubereiten.

Im Februar dieses Jahres hatte ich eine inspirierende Begegnung der neuen Art. Bei einem Kongress für Baufinanzierer in Hannover machte ich eine Fotoreportage und hatte unter anderem die Möglichkeit, einen Vortrag zum Thema Zukunft zu hören. Die Inhalte waren für mich völlig neu und fesselten mich von Anfang an, so dass ich im Anschluss an die Veranstaltung lange mit dem Referenten, Stefan Kennerknecht, einer von zwei Vorständen der Europace AG, das Thema weiter vertiefen durfte. In diesem Gespräch wurde auch die Idee geboren ein Kurzpraktikum bei Europace zu absolvieren.

Aus meiner Sicht, ist das eine der besten Möglichkeiten, aus den normalen Systemen, die heute in Deutschland noch immer sehr präsent sind, auszubrechen und einmal etwas Neues auszuprobieren. Im Rahmen meines normalen Schulpraktikums und einiger Ferienjobs bei Swiss Life habe ich das bereits kennengelernt.

Faszination. So würde ich meinen ersten Eindruck am besten zusammenfassen. Auf den ersten Blick ist es ja nur ein Begriff. Doch dahinter verbirgt sich etwas Großartiges, was man am besten versteht, wenn man einmal selber das Unternehmen erleben darf. Glaswände in den Büroräumen, moderne und innovative Ausstattung, Chill-Out-Zonen, Meetingräume mit Sofas, kostenloses Eis und Getränke und noch viele weitere Sachen. Und das ist natürlich nur die Hardware. Denn die Menschen, die dort tätig sind, machen es faszinierend. Überall wird man angelächelt und herzlich empfangen. Man kann die positive Atmosphäre förmlich spüren. Während meines Praktikums habe ich keinen Menschen getroffen, von dem ich sagen würde, dass dieser eine negative Aura an sich hat. Natürlich ist jeder von ihnen sehr unterschiedlich, aber wenn man hinter die Fassade schaut, kann man bei jedem ein positives Mindset erkennen.

In den vier Tagen durfte ich zum ersten Mal erleben, wie Selbstorganisation in einem mittelständischen Unternehmen funktioniert. Vorher kannte ich dies nur aus Gruppenarbeiten in der Schule oder während meiner Tätigkeit als Fußballtrainer. Das ist mit Europace natürlich nicht zu vergleichen. Kurz zusammengefasst ist Selbstorganisation für mich, dass Führungskräfte Verantwortung an die fachspezifischen Bereiche abgeben und die Strukturen sehr flach sind, was dann theoretisch dazu führt, dass die Menschen, die nun die Verantwortung tragen, mit einem anderen Bewusstsein an ihre Rolle bzw. ihre Aufgabe im Unternehmen herangehen. Nun bin ich aber kein Experte und kann nur meine Eindrücke teilen, wie ich sie an der angewandten Selbstorganisation bei Europace wahrgenommen habe.

Wenn man ein paar Tage im Unternehmen ist, merkt man schnell, dass hier nicht klassisch zwischen verschiedenen Ebenen gearbeitet wird, sondern eher wie in einem Netzwerk lauter Menschen, die auf das gleiche Ziel hinarbeiten. Außerdem wird gewaltfrei kommuniziert, an Spannungen wird lösungsorientiert gearbeitet und verschiedene Meinungen werden anerkannt. Es hatte für mich den Eindruck, dass sogenannte „Probleme“, wie man es in anderen Unternehmen nennt, eher als Herausforderungen, die zu meistern sind, gesehen werden. Dazu liegt auch eine vielversprechende Grundmentalität vor. Damit sind perfekte Voraussetzungen vorhanden, um eine Kultur zu bilden, die sich ständig weiterentwickelt, und von der jeder profitiert.

In vielen Unternehmen wird sich oft mit den Fragen beschäftigt, was man machen möchte oder/und wie man es machen möchte. Dabei wird jedoch eine sehr wichtige Frage weggelassen, die jeden einzelnen von uns betrifft, nämlich die Frage nachdem „Warum?“. Warum tun wir das, was wir tun? Was treibt uns an? Was ist unser innerer Motor? Die Frage nach dem sogenannten Purpose wird oft vernachlässigt. So aber nicht bei Europace. Sie binden den Purpose aktiv in ihre Unternehmenskultur mit ein. Auch beim Recruiting wird darauf ein großer Wert gelegt, und somit werden nur die Leute eingestellt, die auch wirklich zum Unternehmen passen.

Europace befand sich schon immer auf einer fortwährenden Reise, die wohl nie zu Ende gehen wird. Es gab viele Routenänderungen, die von vielen Menschen begleitet wurden. Manche sind schon immer an Bord, andere nur für einen Teil des Weges, aber viele, die gerade erst in den Reisebus eingestiegen sind, da Europace in den letzten Jahren sehr stark expandiert ist.

Mit einigen wenigen von ihnen durfte ich super tolle Gespräche führen. Mit ihrer Hilfe konnte ich meine Eindrücke vertiefen und auch teilweise die Ursprünge vieler Sachen im Unternehmen besser verstehen. Dafür möchte ich mich bei euch allen bedanken! 🙂 Dennoch ist mir aufgefallen, dass es viele gegensätzliche Meinungen zur momentanen Entwicklung innerhalb von Europace gibt, besonders in Bezug auf die Einführung der Holakratie. Einige finden, dass es Struktur und Klarheit bringt, während andere der Meinung sind, dass es alles noch komplizierter, unklarer und chaotischer macht. Diese Mischung aus Skepsis und Euphorie kommt größtenteils mit dem Umbruch im Unternehmen durch die Einführung der Holakratie. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das in nächster Zeit wieder legen wird und sich dann wieder zu 100% auf die Vision und den Purpose fokussiert werden kann.

Im Vergleich zu klassischen Unternehmensstrukturen, wie beispielsweise einer Pyramidenstruktur, bietet die Selbstorganisation viele Vorteile, die ich auch durch eigene Erfahrungen durch andere Praktika und meinen Minijob bei McDonalds unterstützen kann. In einem selbstorganisierten Unternehmen fühlt man sich deutlich freier, man verliert die Angst für jeden Fehler Ärger zu bekommen. Im klassischen Unternehmen hat meist der Gewinn die höchste Priorität. Empathie ist dort sehr oft nicht vorzufinden. Menschen, die tagtäglich in einer bestimmten Materie stecken und alle Aufgaben in diesem Bereich erfüllen, treffen letztendlich nicht die Entscheidungen, sondern die Führungskraft, die sich wahrscheinlich deutlich weniger mit dem Thema auseinander setzt. Dies kann frustrierend sein. Desweiteren ist man dazu aufgefordert einfach stumpf seine Aufgabe zu erfüllen. Wer hinterfragt und damit die Führungskraft konfrontiert, wird oft abgewiesen und hinterlässt lediglich ein schlechtes Bild bei dieser Person, was zu einem schlechteren Arbeitsklima führen kann. Als Arbeitnehmer bleibt man also eher klein und entfaltet sich nicht selbst in seinem Beruf. So kann man nie die gewünschten 100% abrufen.

Rückblickend kann ich sagen, dass ich so viele wertvolle Dinge für mich mitgenommen habe in den vier Tagen, die mit Sicherheit nicht vergleichbar sind mit dem Stoff, den ich in vier Monaten Schule lernen werde. Desweiteren kann man seinen Lernfortschritt in drei Teile separieren: Persönlichkeitsentwicklung, fachliche Entwicklung und das Kennenlernen von neuen Dingen. Wenn man also etwas genauer hinsieht, sollte man bemerken, dass ein Praktikum immer eine Win-Win-Situation ist. Egal wo, wann und wie ich ein Praktikum absolviere. Schlimmstenfalls kann man „nur“ nichts Neues dazu lernen, aber immer bereits bekannte Sachen vertiefen/festigen. Und das passiert sicherlich nicht in einem derart tollen und zukunftsträchtigen Unternehmen, wie Europace es in meinen Augen ist.

Meinen persönlichen WOW-Moment möchte ich auch unbedingt mit euch teilen, um jedem eine Vorstellung zu geben, welchen Einfluss alle erwähnten Dinge, die bei Europace vorzufinden sind, haben können. Auf der Hinfahrt nach Berlin habe ich mein Portemonnaie verloren. Ich war so genervt, dass ich am liebsten direkt wieder nach Hause gefahren wäre. Aber nachdem ich angekommen war, verschwendete ich fast keinen Gedanken mehr daran. Ich war zugleich befreit und gefesselt von dieser tollen Atmosphäre, dass ich alles Negative ausgeblendet habe. Das Happy-End der Geschichte war dann noch, dass ich nach einigen Tagen die Nachricht erhalten habe, dass mein Portemonnaie im Fundbüro abgegeben wurde.

Nun möchte ich mich abschließend bei allen bedanken, die mir diese wertvollen Tage ermöglicht haben und zu dem gemacht haben, wie ich es in meinem Kopf behalten werde. Ein besonderer Dank geht auch an Stefan und Caro, die mich für die vier Tage bei sich zu Hause aufgenommen haben.

Bevor ich angefangen habe diesen Artikel zu schreiben, habe ich auf Stefans Empfehlung nun endlich mal das Buch „The Big Five For Life“ von John Strelecky, welches ich nur wärmstens empfehlen kann, durchgelesen. Mir ist nun vieles klarer geworden und ich verstehe nun noch besser, warum Stefan und Thomas, die beiden Vorstände bei Europace und die vielen Kollegen anders arbeiten. Ich habe eine ganz neue Art von „Führung im Unternehmen“ kennengelernt und darüber bin ich super glücklich. Jedem, der auf der Suche nach einem neuen Abenteuer im Bereich der Softwareentwicklung ist, rate ich, sich unbedingt bei Europace zu bewerben und mit auf die Reise zu gehen. Im Recruitingprozess kann man bereits einen super Eindruck vom Unternehmen gewinnen. Mir persönlich ist klar geworden, wie cool arbeiten eigentlich sein kann, und wäre Softwareentwicklung für mich das Berufsziel, dann wäre die Europace AG, die erste Adresse, weil sie diese Art von Selbstorganisation betreibt.

Es war eine unbezahlbare Erfahrung mit vielen Erkenntnissen für das Leben, privat als auch beruflich. Abschließend möchte ich der Europace AG und all ihren Mitarbeiter alles Gute für die Zukunft wünschen.