Vier inspirierende und intensive Tage Holacracy Practitioner Training in Zürich – mit Dwarfs & Giants

Vier Tage – meine vier Key Learnings

Ohne Kultur ist Holakratie halt auch doof!
Tag 1: Sieben Menschen aus verschiedenen Unternehmen gemeinsam in einer Testfirma. Interessant. Unterschiedliche Erfahrungen, Haltungen und Unternehmenskulturen machen sehr deutlich: klare Accountabilities und Rollen helfen und doch wird bei – sagen wir – herausfordernder Kultur der Zusammenarbeit an vielen Stellen Reibung entstehen. Dann fallen Sätze wie: „Das ist nicht meine Verantwortung. Das mache ich nicht. Das soll jemand anderes machen. Der oder die macht ihren Job nicht gut. Für dieses wichtige Thema haben wir jetzt keine Kapazitäten.“
Learning für mich: alter Satz und immer wieder aktuell: „Culture eats strategy for breakfast. (Peter Drucker)“

From Relation to Rolation
Rollen nicht Menschen stehen im Fokus der Holakratie. Das schafft auch Spannungen. Zumindest bei mir. Das Halten des Prozesses, der unbedingte Fokus auf die Constitution und die damit verbundenen Regeln erzeugen bei mir am zweiten Tag Widerstand. Es wird immer anstrengender, mit wenig Emotion und Beziehungen zwischen Menschen nur auf die Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen Rollen zu schauen. Für mich fehlt da was. Vielleicht ein sinnvoller Pragmatismus. Aber es ist ja eine Schulung und die wird zusehends intensiver. Ich kann nun meine Kollegen immer besser verstehen, wenn es darum geht Holakratie gegen Soziokratie zu halten. An Tag 2 denke ich froh an Europace in Berlin, weil ich weiß, wir sind nicht so. So extrem fokussiert auf den Prozess. So massiv an den Regeln. Wir, das ist meine Wahrnehmung, stellen das Ergebnis in den Fokus unseres Handelns, sind motiviert uns gegenseitig zu unterstützen und wollen gemeinsam erfolgreich sein. Dann unterstützt uns das Regelwerk eher, als das es uns kalt und wenig den Mensch beachtend vorkommt.

Kommunikation. Austausch. Wertschätzung
Spannende Erkenntnis an Tag 3: Was darf im operativen Alltag nur im Tactical passieren? Klare Antwort: Nichts! Wenn Du zwei Tage immer wieder daran erinnert wirst, wie gute Governance und gutes Tactical funktionieren, dann war es für viele vielleicht ein spürbares Aha, dass der Sync im Tactical nicht notwendig sein muss. Operative Spannungen lassen sich jederzeit prozessieren. Einfach mal miteinander reden. Wir kennen ja die Accountabilities der Rollen und wissen, wer in welcher Rolle Zuständigkeiten besitzt. Aha. Fairerweise für mich nicht so sehr. Hätte mich dann doch gewundert, wenn irgendjemand auf die Idee gekommen wäre in der Verfassung alles „Alltägliche“ zu regeln. Und am Ende ist es immer wieder das gleiche: „it`s all about communication“.

We share! Erfahrungen anderer und die Bereitschaft zu Teilen
36 Menschen, die die Chance haben sich kennenzulernen und das auch nutzen. Für Austausch und das Teilen gemeinsamer Erfahrungen. Ich nehme dabei viel mit zurück nach Berlin. Wir sind nicht die einzigen, die auf dem Weg sind. Wenn ich den Weg von Europace vergleiche, sehe ich zwei Dinge: wir sind kulturell stark. Sehr stark sogar. Und das macht mich sehr stolz. Unsere Kultur bringt uns erfolgreich durch diese Lern- und Veränderungsphase. Zum anderen können auch wir gerade bei der Anwendung der Holakratie noch viel detaillieren. Accountabilities klarer beschreiben, über Policies und Domänen Nachdenken und noch stärker das Set an Möglichkeiten der Constitution nutzen. Und dabei hilft ein wesentliches Prinzip des Fortschritts. Wichtig ist nur der nächste Schritt. Und sei er noch so klein.
Nach den vier Tagen mit Dwarfs & Giants bin ich euphorisch diese kleinen Schritte zu gehen. Gemeinsam für uns und mit allen bei Europace.