Nach erfolgreichem Studium heißt es klassischer Weise einen guten (also „gut-bezahlten“) Job ergattern und dann die Karriereleiter nach oben klettern. Und zwar zügig und Persönliches hintenanstellen, denn mit Mitte Zwanzig sollte man schon alles erreicht haben. Das ist Erfolg und nur bleibt man auf dem Arbeitsmarkt interessant. Stimmt das?

Justus von PnO musst bei manchen Fragen über das Recruiting bei Hypoport schmunzeln.

17 Studenten mit Schwerpunkt Personalmanagement der Uni Pforzheim haben im Mai Unternehmen in Berlin besucht, um unterschiedliche Einblicke darüber zu bekommen, wie HR (Human Resources) in Organisationen gelebt wird. Bei Hypoport stellten KollegInnen von PnO und Stefan Kennerknecht von Europace vor, was Karriere für sie bedeutet.

Auf das „Warum“ kommt es an
„Karriere ändert sich. Titel und Hierarchieebenen rücken immer mehr in den Hintergrund. Dafür wird es wesentlich wichtiger, sich – ausgerichtet an den Bedürfnissen unserer Kunden – selbst zu verwirklichen und damit die eigene Wirksamkeit zu steigern“, Kristin, Agile Coach von PnO macht gleich zu Beginn deutlich, was es heißt, bei Hypoport zu arbeiten. Gehalt ist wichtig, ohne Frage. Wenn das Gehalt stimmt geht es darüber hinaus oft um das ‚Warum?‘ also den Sinn der eigenen Arbeit.

Kristin Lutz von PnO (links) und Prof. Dr. Anja Schmitz (rechts)

Fr. Prof. Dr. Schmitz: „Wir werden eine stärkere Individualisierung sehen“
Die Dozentin der Studiengruppe, Frau Prof. Dr. Anja Schmitz, forscht seit mehreren Jahren im Bereich Personalmanagement. Ihre Vision: „Unsere Wirtschaft wird sich verändern: von der Wertschöpfung durch die Erbringung von Services hin zu Wertschöpfung durch die Gestaltung von Erlebnissen. Dies wird auch für Arbeitgeber wichtig. Arbeitgeber müssen die „Employee Experience“ genauso aktiv gestalten wie die „Customer Experience“. Zwar wissen wir noch nicht, wie sich Arbeitsplätze durch die Digitalisierung verändern werden. Aber eins ist sicher. Wir werden eine Anzahl von hochqualifizierten Experten brauchen und diese werden zukünftig noch mehr auswählen, für wen sie arbeiten wollen.“ Ein Grund mehr, sich als Arbeitgeber hervor zu heben und dem Individuum und seinen Wünschen zur Selbstentfaltung Raum zu geben.

Fragt man die Studenten, sehen sie ihre Zukunft ganz ähnlich. Miriam, 27, und im fünften Semester, sagt: „Für unsere Generation ist Agilität deutlich attraktiver als konventionelle Hierarchien, vor allem im Hinblick auf die Globalisierung und damit verbundene persönliche Chancen.“

Stefan Kennerknecht von Europace

Mut, Mut, Mut – einfach mal machen
Auch Stefan Kennerknecht von Europace machte den Studenten deutlich, was für ihn zählt: „Fachkompetenz ist wichtig, aber andere Dinge holen auf. So muss jemand auch ins Team passen und den Einzelnen stärken. Und man muss mutig sein! Mut, Mut, Mut! Macht das, worauf ihr Bock habt, seht Veränderung als Chance, nicht als Risiko. Traut Euch! Wenn wir Unternehmer merken, dass die alten Prinzipien nicht mehr passen, müssen wir lernen, Eure Karrieren zu begleiten. Auch über unser Unternehmen hinaus. Und zwar remote, nicht hierarchisch.“

Karriere: Mehr als Titel und Hierarchien
Kristin griff es dann noch einmal auf: Bei Hypoport werden Talente gefördert und das bedeutet mehr als Titel und Hierarchien. „In der Arbeitswelt befinden wir uns im ständigen Wandel und dürfen nicht stehen bleiben, uns weiterzuentwickeln. Darum ist es uns wichtig, die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten zu verbessern – auch das heißt für uns Karriere“, so Kristin.