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Am 02. Februar bin ich als Praktikantin in die Welt von People and Organisation in Berlin eingetaucht. Als Soziologie- und Philosophiestudentin befasse ich mich mit Strukturentwicklung, sozialen Prozessen und Organisationen. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich diese Kenntnisse hier in der Organisationsentwicklung von Hypoport anwenden kann.

Ich habe neben meinem Studium eineinhalb Jahre in einem kleinen Start-Up im Online Marketing und in der Buchhaltung gearbeitet. Und wollte nun einen Neuanfang wagen und mich neuen Herausforderungen stellen.

Der Wechsel vom Start-Up zu einem Konzern fühlt sich an, als würden zwei Welten aufeinander prallen. Er beinhaltet eine ganz neue Umgebung, mit 200 neuen Gesichtern und tausenden neuen Eindrücken. Zu dieser Umstellung  kam jedoch eine ganz andere Form der Orientierungslosigkeit hinzu. Freies Arbeiten ohne Termindruck und festdefiniertes Regelwerk – ein Luxus, der die gewohnten Strukturen sprengt.

Arbeiten und Lernen gemeinsam mit einem Team und sich innerhalb von Themen seine Aufgaben wählen. Das bedeutet Raum für die Sammlung von Ideen, deren Ausarbeitung und auch zur persönlichen Weiterbildung zu haben.  Ich tackte mir die Zeit danach ein, welche Arbeit an dieser Stelle am effektivsten wäre und an welcher Stelle ich meine Stärken am besten einsetzen kann. Hier steht freies Arbeiten im Gegensatz zum Abarbeiten von fest vorgeschriebenen Aufgaben.

Selbstständiges Arbeiten bin ich gewohnt. Jedoch auch nur nach bestimmten Regeln und Vorgaben, in denen ich mich „frei“ entfalten konnte. Bei PnO ist der Grad an Selbstständigkeit viel höher.

Meine Eindrücke bei Hypoport brechen mit meiner Gewohnheit und stellen sich meinen bisher gesammelten Erfahrungen  gegenüber,  erschüttern meine Wurzeln. Die bisherige Routine gab mir Sicherheit und vor allem Orientierung.  Und dieser Ausbruch aus der Gewohnheit versetzt einen in eine Ungewissheitszone. Man hat kurz das Gefühl, man verliert den Halt. Diese ersten großen Schritte aus der Gewohnheit heraus sind wohl der schwerste Punkt der Veränderung, denn sie werfen auch viele Fragen auf:

Wie nutze ich die freie Zeit am effektivsten? Bin ich wichtig für das Team, die Firma? Was ist meine Rolle? Ist mein Gehalt gerechtfertigt? Wie kann ich meine Fähigkeiten am besten einsetzten? Was genau sind eigentlich meine Fähigkeiten? Wie schaffe ich einen Mehrwert für das Team?

Doch wenn man diese ersten Schritte gemacht hat und die Ungewissheitszone überwunden hat,  lernt man seine vergangene Arbeitsweise zu reflektieren, zu hinterfragen und Dinge auf eine ganz andere Weise zu betrachten.

Denn Hypoport rüttelt an Wurzeln, die bei mir noch nicht allzu viel Zeit hatten sich zu verfestigen. Deshalb bin ich umso erstaunter, wie viel umdenken mich diese Veränderung dennoch kostet.

 

 

Ich bin ein kreativer Mensch und hatte schon als Kind viel Phantasie, aber je weniger man diese einsetzen kann, desto mehr staubt sie ein. Es ist so, als hätte man immer nur gelernt Mandalas auszumalen oder Bilder abzupausen und abzuzeichnen und plötzlich ist es als würde man vor einem leeren Blatt Papier sitzen. Als hätte man verlernt, seine Phantasie und Fähigkeiten zu nutzen.

Hier habe ich die Gelegenheit meine Gewohnheiten und Arbeitsweisen zu hinterfragen und meine Fähigkeiten frei einzusetzen. Meine Aufgaben nach meinen individuellen Stärken zu wählen und nicht meine Fertigkeiten vorgeschriebenen Aufgaben anzupassen. Durch diese Freiheiten öffnen sich ganz neue Räume, in denen sich neue Möglichkeiten der Arbeit offenbaren.  Hier haben meine Wurzeln Raum, sich neu zu entfalten.

Der Ausbruch aus der Gewohnheit, mit all seinen schweren Momenten, ist ein Sprung ins kalte Wasser. Doch nach diesem Sprung öffnet sich ein Raum, in dem man seine persönlichen Stärken offenbart und lernt diese einzusetzen. Man lernt anhand seiner Stärken zu arbeiten und somit den Arbeitsalltag zu verbessern und neu zu definieren.